Das Gelobte Land erlebt - erzählt
Köthen Report, 24. April 2010
Das Gelobte Land erlebt - erzählt
(mfi) Die Bitterfelder Referenten Manuela Lott und Georg Kouropka weilten schon oft in Israel. Freundschaften haben sich entwickelt. Diese Vertrautheit ist es wohl, die es möglich macht, alltagstauglich über ein Land zu berichten. Ca. 60 Zuhörer folgten aufmerksam dem Vortrag.
Die Vorsitzende der Frauen-Union Kerstin Berlin organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit Frau Koppenhöhle und Frau Thiel. Pfarrer Kensbock hatte seinen Gemeindesaal geräumt und der Stadtverbandsvorsitzende Georg Heeg die notwendige Technik beigesteuert.
Doch der Abend des 21. April begann mit einer kulinarischen Überraschung. Frau Kouropkahatte Humus (Kichererbsenbrei), Fladenbrot, Salat und Falaffel zubereitet. Speisen, die landestypisch sind. Eine Besucherin fragte nach, ob es sich um arabische oder israelische Gerichte handelt. Diese Frage konnte niemand der Anwesenden zufriedenstellend beantworten.
Gleichzeitig wurde das Problem deutlich: Nähe und Abgrenzung in einem kleinen Land zu leben, ist schwierig. Vieles was für uns Europäer unerklärbar ist, bekommt unter den realen Bedingungen einen anderen Stellenwert. Die Wehrpflicht gilt z.B. auch für Frauen. Da sind Pilotinnen in Kampfjets keine Seltenheit.57% aller Frauen haben ein Studium absolviert, davon 46% den Doktortitel erworben. Schwangerenschutz und Mutterschaftsurlaub sind gesetzlich geregelt. Auch andere Zahlen überraschten die Zuhörer. Beispielsweise hat Israel die weltweit höchste Dichte von PC’s pro Kopf, die meisten wissenschaftlichen Arbeiten je Einwohner werden veröffentlicht, die meisten Museen und es wurde erfolgreich die Wüsten zurückgedrängt.
Tel Aviv, die weiße Stadt, benannt nach der unglaublich reizvollen Stadtanlage mit der größten weltweit erhaltenen und genutzten Anzahl von Gebäuden, die stilistisch dem Bauhaus verpflichtet sind. In den letzten Jahren hat das Land viel in den Denkmalschutz investiert, um die Schönheit der Gebäude zu erhalten und wieder zur Geltung zu bringen. Beidseitig des Rothschildboulevard gelegen, sind die Quartiere von Grün durchzogen und haben einen unverwechselbaren Charme.
Wer wissen möchte, wie die Bauhausarchitektur stadtbildprägend wirkt, kann dies nur in Tel Aviv sehen und erfahren. Die beiden Referenten widmeten einen Teil ihres Vortrags auch den Naturschönheiten, die das Land für die Besucher bereithält. Anhand von Karten erläuterten sie Lage und Entfernung der Heiligen Stätten.
Nach dem Vortrag wurde lebhaft diskutiert, wobei die Fragen den Themenkreis Alltag in Sonderheit berücksichtigten. Die Frage: Wie lebt man in einem Land, dessen Einwohner keinen dauerhaften Frieden kennen, blieb unbeantwortet. Die Vorsitzende der Frauen Union Kerstin Berlin zeigte sich erfreut, dass der Abend so viel Anklang fand, d.h. Fortsetzung folgt!
